Friends of the Forest

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“Rettet Goslars Stadtforst!”

Wer ist FoF?

Friends of the Forest (FoF), Freunde des Waldes, ist ein loser Zusammenschluss von Freunden und Bekannten, (Radfahrer, Spaziergänger, Zeitungsleser), die jedes Jahr Hunderte von Kilometern durch den Harz wandern. Die Alteingesessenen schaffen es auf bis zu Tausenden von Kilometern. Es gibt kaum Gegenden im Harz, die sie nicht kennen.

Während einer Harz-Wanderung im Juli kam eine kleine Gruppe von ihnen mit einem Forstarbeiter ins Gespräch: “Das hier ist Teil eines 500 ha großen Kahlschlags.“ 500 ha? Das sind ca. 2,5 mal 2,5 Kilometer. Das entspricht etwa der Größe des traditionellen Goslar.

Als der Mann ein Stück Rinde von einer Fichte abschnitt, um den Schaden zu verdeutlichen, waren darauf eine Menge kleiner weißer Punkte zu sehen – Larven der Borkenkäfer – sowie ein paar ausgewachsene Käfer. “100 bis 120.000 von ihnen können einen Baum befallen.“ Er zeigte auf einen Stapel Baumstämme: “Die werden nach China verschifft. Dort werden sie verarbeitet und kommen als Bio-Holz zurück.” (Sollte das ein Scherz sein?)

Auf dieser Juli-Wanderung, bei der die Gruppe 18 km zurücklegte, sahen sie selten gesunde Wälder und machen sich seitdem große Sorgen um den Zustand des Harzes. Aber auch die meisten Bewohner, die in der Nähe des Harzes leben, befürchten eine sich anbahnende Katastrophe.

 

 

Wieso stirbt der Wald?

Mehr als die Hälfte des Harzes besteht heute aus dicht stehenden Fichten. Das war nicht immer so. Früher war der Harz ein Mischwald, der aufgrund des Bergbaus und des Hüttenwesens völlig umgekrempelt wurde. Wegen des reichen Holzertrags und der guten Erntemöglichkeiten kultivierte man weitgehend Fichten. Doch der Klimawandel macht ihnen schwer zu schaffen. Vor allem die Trockenheit der letzten Jahre und die starken Stürme schwächen die Bäume und sorgen so für die rasante Verbreitung des Borkenkäfers. 

Der Fichtenborkenkäfer war schon immer ein natürlicher Bestandteil des Waldes. Normalerweise befällt er nur alte und geschwächte Bäume – gesunde Bäume setzen sich in der Regel erfolgreich zur Wehr. 

Um die noch gesunden Fichtenbestände zu schützen, setzen Forstarbeiter auf die schnelle Beseitigung der Befallsherde. Diese notwendige Entnahme frisch befallener Fichten zwingt im ungünstigsten Fall zu flächigem Kahlschlag der Wälder. Ein trauriges Bild, das im Goslarer Forst an mehreren Stellen zu beobachten ist.

Neue Bäume müssen her! – Bäume, die den neuen klimatischen Herausforderungen gewachsen sind, doch damit sind hohe Kosten verbunden.

Die Harzer Fichten-Forste sind so anfällig wie ein Kartenhaus: Die dicht stehenden schmalen Bäume halten schweren Stürmen kaum stand und bieten der Massenvermehrung von Insekten Raum.

Intakte Wälder sind für ein gutes Klima unverzichtbar!

 

Einer der Haupt-Übeltäter sieht so aus:

Quelle: Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Borkenkäfer (Cryphalus abietis), Größe: etwa unter einem halben cm lang. “Im Bundesstaat Utah, USA, war der Befall so intensiv, dass die Insekten, nachdem sie alle Bäume getötet hatten, anfingen, Telefonmasten anzugreifen.” (Cheryl Katz, Yale School of the Environment).

Die Käfer werden jeden Baum in der Gegend angreifen, bis intensive Kälte sie tötet. Früher griffen die Käfer nur ausgewachsene Bäume an, jetzt sogar Setzlinge mit einem Durchmesser von 7 cm.

 

Goslar bald mit Mönchs Tonsur?

Quelle: Wikipedia

Das Weltkulturerbe – die Kaiserstadt Goslar – ist zu Recht ein Juwel am Rande des Harzes. Aber was ist, wenn die Hügel um Goslar herum baumlos sind und wie eine Mönchstonsur aussehen?

Goslar ist nicht nur wegen seiner Schiefer-, Fachwerkhäuser und engen Gassen mit Kopfsteinpflaster einzigartig, sondern auch wegen des umliegenden Waldes, dem Stadtforst. Steinberg, Rammelsberg, Giengelsberg __ alle setzen eine unauslöschbare Marke auf die Stadt. Mit über dreitausend Hektar, die von Goslar bis Oker und fast bis ins Okertal und hinüber nach Auerhahn reichen, ist der Stadtforst ein untrennbarer Teil von Goslar und zählt zum größten Stadtwald Niedersachsens.

 

Wieder einmal hat der Goslarer Stadtforst rote Zahlen erwirtschaftet. Die Stadt hat kein Geld und bald wird der Wald vielleicht keine Bäume mehr haben. Goslar mit Mönchstonsur?

Die traurige Nachricht

Heute gibt es nur noch sieben Mitarbeiter, die für den gesamten Stadtforst zuständig sind, den größten Stadtwald in Niedersachsen mit über 3000 ha.

 

Und nun die wirklich sehr schlechten Nachrichten

Für Neuanpflanzungen werden pro Hektar € 10.000 benötigt. Das beinhaltet den Kauf von Bäumen, sowie die Pflanzung und Pflege, bis sie eine Überlebenschance haben.

Was kostet ein Baum?

Bäume kosten etwa zwischen 2,- und 3,- Euro. Doch kostspieliger ist vor allem die Vorbereitung, Pflanzung und Pflege der jungen Bäume. Dabei rechnet man ungefähr mit 2.000 bis 3.000 Bäumen pro Hektar.

Was können wir tun?

Es gibt immer noch Stimmen, die leugnen, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Oder die die Konsequenzen des Klimawandels für so gering halten, dass sie glauben, nichts tun zu müssen.

 

Eine mögliche Lösung des Umweltministeriums wäre:

“In ihrem Onlineshop können Wanderer einen Sichtschutzstreifen kaufen, der in der Hand gehalten oder an einem Rucksack befestiget werden kann. Auf dem Streifen ist ein Foto eines intakten Forsts aufgedruckt und mit dem Geruch eines gesunden Waldes imprägniert. Ein kleineres Exemplar kann an einer Brille befestigt werden. Auf diese Weise können Wanderer den ganzen Tag wandern ohne tote Bäume oder Kahlschläge zu sehen.“  

(Frank Fake News)

 

Was auch nicht geht und sehr kostspielig ist:

Friends of the Forest hat sich für’s Handeln entschieden!

Das Ziel: Den Stadtforst Goslar vor allem durch Spenden unterstützen, um Roteichen, Buchen etc. zu pflanzen, damit eines Tages ein Mischwald entstehen kann.

Pexels Foto

 

Dafür kämpfen wir und hoffen auf Gleichgesinnte! Ob Kuchenbuffet, Benefiz-Konzert oder Spenden-Wanderung: helft uns dabei Geld zur Aufforstung des Goslarer Stadtforsts zu sammeln!

Spenden 

Hier geht es zu unserem Spendenformular.
Im Formular kannst du unter “Ich spende für” einfach das “FoF”-Projekt auswählen. 

 

 

Kontrovers diskutiert: Naturverjüngung vs. Aufforstung

In der forstlichen Praxis gilt die Naturverjüng (NV), also das sich selbst überlassen des Waldes, als die am meisten verbreitete Methode. Ihre Vorteile sind:

  • Weitergabe des genetischen Potentials der Altbäume

  • Keine Kosten für Neupflanzungen

  • Kein Austrocknen und wenig Nährstoffverlust des Bodens aufgrund der ständigen Bodendeckung

  • Eine ungestörte Entwicklung der Wurzeln

  • Junge Pflanzen werden vom Altholz vor Hitze und Frost geschützt (nur gut für schattenertragende Baumarten)

Doch nicht immer ist die Naturverjüngung die beste Methode, besonders dann nicht, wenn man einen Baumartenwechsel möchte, da das vorhandene Baummaterial nicht standortgerecht ist (z. B. falsche Fichtenherkünfte, die nicht an das Hochgebirge angepasst sind, wie es im Harz der Fall ist).

 

Die Geschichte der armen Eiche

Ein Beispiel für die Schwierigkeiten der Naturverjüngung erklärt die Geschichte der armen Eiche. Eicheln sind schwer und wie Bucheckern reisen sie nicht sehr weit, also wird ein Transportmittel benötigt. Aufgrund ihres hohen Tanningehalts schmecken sie bitter und sind für Tiere schwer verdaulich.

Nur wenige Vögel transportieren Eicheln, unter ihnen Blauhäher, die zur Familie der Raben gehören. In Deutschland sind sie nicht heimisch. Die Lieblingsspeise der Eichelhäher sind Eicheln. Fast ein Duzend kann er im Kehlsack fliegen. Er vergräbt sie dann im Boden und hilft somit bei der Verbreitung der Eichen. Aber in einem Fichtenwald wie dem Harz gibt es nur wenige Eichen.

Eichhörnchen und Grauhörnchen lieben die Eicheln der Weißeiche, aber die Weißeiche ist im Allgemeinen in Deutschland nicht zu finden.

Eichhörnchen sind vergesslich.  Bevor sie Nüsse probieren, vergraben sie sie zunächst im Boden. Dann ziehen sie weiter. 74 % der Nüsse verbleiben im Boden. Ideal für die Eiche. (Schade nur, dass Eichhörnchen nicht in Fichtenwäldern leben).

Fichte und Eiche vertragen sich in der Regel nicht, Eichen haben einen negativen Einfluss auf das Wachstum der Fichte (Widerberg, Eiche als Retentionsbaum).

In einem Fichtenwald findet man also in der Regel keine Eichen. Wenn dieser Fichtenwald abgeholzt wird, wie soll dann die kostbare Eichel den nun kahlen Boden erreichen?

Welches Tier oder welcher Vogel wird so weit reisen? Wenn vielleicht eine Eiche am Rande eines Fichtenwaldes steht, dann kann vielleicht, wenn Fichten gefällt werden, eine Eichel im nackten Boden sprießen. Aber große Entfernungen? Kaum eine Chance.

Alle schweren Nüsse haben ohne einen Samenträger nur eine geringe Chance zur Weiterpflanzung. Leichtere Samen, Hainbuche, Ahorn, Esche, die durch die Luft geblasen werden, haben es einfacher. Doch nur die Birke ist ein echter Straßenkämpfer, ein Pionierbaum.

Die Samen der Fichte sind leicht. Wo Fichten natürlich wachsen, kann man erwarten, dass auch wieder neue Fichten wachsen. Ein Nachteil: Sie verringern die Qualität des Bodens, und auf schlechten Böden keimen Samen schwer, Naturverjüngung kann problematisch werden.

 

Naturverjüngung: Die hässliche Wahrheit

 

Ein Problem sind die Dornen.

Ein Waldarbeiter, der die meisten seiner Tage im Wald verbringt, hat eine andere Meinung zur Naturverjüngung. „Ein Horrorszenario für mich”, sagte er. „Meine Erfahrung ist, dass Brombeersträucher das Wort „Naturverjüngung“ lieben. Sie sind die ersten, die wachsen.” Nach dem Kahlschlag ist er derjenige, den die “Höhergestellten” aussenden, um Platz zu schaffen, damit Samen wachsen können. Er ist derjenige, der das Gestrüpp wegräumt, um einem Schössling die Chance zu geben, zu wachsen.

Ein anderes Problem sind Gräser.

Auf der Südseite vom Rammelsberg in Goslar befinden sich große Schadflächen – Bäume die vor einigen Jahren gefällt wurden. Zwischen den Stümpfen wächst nur Gras.

Weiteres Problem: Der Harz-Boden besteht aus Braunerden und ist allgemein nicht sehr fruchtbar.

“Nur unter dem Schirm des Altbestandes wird das Kronendach des Altbestandes gleichmäßig über die ganze Fläche verteilt. Allerdings ist der Verbiss durch Wild kein spezielles Problem der Naturverjüngung.” (Wald-Prinz.de)

Der Harz besteht zu 80% aus Fichtenholz. Wo sollen die neuen Baumsorten herkommen? Und woher soll das schützende Kronendach kommen bei den gigantischen Kahlschlägen?

Irgendwann… 

„Es kann Jahrhunderte der Regeneration dauern, bis die ursprüngliche Ansammlung von Arten zahlenmäßig zurückkehrt.” (Center for International Forestry Research – CIFOR)

Auf großen Schad- oder Kahlflächen ohne fehlende Samenbäume wird man wohl ewig auf eine Verjüngung warten müssen. In diesem Fall muss man ebenfalls aufforsten. Auch bleiben in Naturverjüngungen oft Lücken bestehen, die man ausbessern muss. 

Fazit laut FoF

Naturverjüngung ist ein Würfelspiel, dessen Ergebnisse sich erst Jahrzehnte später zeigen – es kann zu einem gesunden Wald führen, meistens jedoch nicht. Wichtiger ist, neue Konzepte zu entwickeln, wie der Wald in ein dynamischeres Ökosystem gebracht werden kann, das Zukunft hat.

„Naturverjüngung“ sollte nicht als Bestreben verstanden werden, ein Waldgebiet in einen Zustand der Vergangenheit zurückzuversetzen, mit einer genauen Zusammensetzung historischer Pflanzen- und Tiergemeinschaften. Bei der “Wiederherstellung” geht es jedoch in Wirklichkeit darum, die ökologische Integrität dieser Orte wiederherzustellen. Anstatt zurückzublicken, müssen wir vorausschauend darüber nachdenken, wie wir fehlende oder verloren gegangene Prozesse und ökologische Nischen wiederherstellen können. Auf diese Weise können wir die ökologische Funktion von Waldgebieten als Kernbestandteile einer umfassenderen Landschaftserneuerung maximieren. (Wood Wise – Baum- und Waldschutz – Frühjahr 2019, Woodlandtrust)

Wir müssen bessere Wege zur Wiederaufforstung finden.

Warten versus entschiedenes Handeln ist das, womit die Harzer Bürger jetzt konfrontiert werden.

Ohne ausreichende Finanzierung hat die Stadtforst keine andere Alternative als den Wald sich selbst zu überlassen. Eine Stimme in der Stadtforst Verwaltung erklärte: „Es werden bis zu fünfzig Prozent oder mehr einer gerodeten Fläche der Naturverjüngung überlassen.“ Das hört sich nach Rückzug an, nicht nach einer Entscheidung. Wiederaufforstung sollte die denkbarste Lösung sein…

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Inhaltlich verantwortlich und Kontakt: 

Dr. David Kahan und Brigitte Kahan      

Tel. 0152 24822125

E-Mail: badkahan@gmail.com

 

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