Ernährungsrat Braunschweig und Braunschweiger Land

 

 

Was ist der Ernährungsrat Braunschweig und Braunschweiger Land (ERBSL)?

Der Ernährungsrat Braunschweig und Braunschweiger Land ist eine Organisation, die zum Ziel hat, die Lebensmittelversorgung nachhaltiger und sozial gerechter zu gestalten. Hier kommen verschiedene Akteur:innen aus den Bereichen Ernährung und Lebensmittel-Wertschöpfungsketten zusammen, um gemeinsam nach Lösungen für bestehende Probleme in der Lebensmittelversorgung der Stadt zu suchen:

  • Wie kann die Lebensmittelversorgung regionaler gestaltet werden?
  • Wie können Projekte, wie z.B. die solidarische Landwirtschaft, ausgebaut werden?
  • Wie können Schulkinder und Menschen aus der Stadt mehr Kontakt zu Lebensmittelerzeuger:innen aufbauen?
  • Wie kann es Menschen erleichtert werden, ihre Ernährung auf eine klimafreundliche Ernährung umzustellen?

Mit diesen und noch weiteren Fragen beschäftigt sich der Ernährungsrat Braunschweig.

Etwa 20 Prozent aller Treibhausgasemissionen gehen auf das Konto Ernährung. Die Stadt Braunschweig will bis 2030 klimaneutral werden, auch bundesweit und global gelten ambitionierte Klimaschutzziele. Sich darüber Gedanken zu machen, wie unsere Ernährungsweise klimafreundlicher gestaltet werden kann und Personen bei ihren Aktivitäten zu unterstützen – dafür ist ein Ernährungsrat genau das Richtige.

 

Gründungsveranstaltung

Am Montag, den 07.11.2022 findet in dem Haus der Kulturen von 17:00-20:00 Uhr die offizielle Gründungsveranstaltung des Ernährungsrates Braunschweig statt, für die Holger Herlitschke (Umwelt-Dezernent der Stadt Braunschweig) die Schirmherrschaft übernommen hat. Der Ernährungsrat soll als demokratische Organisation gestaltet werden, in der bürgernah und kooperativ miteinander umgegangen wird. Daher werden alle interessierten Bürger:innen der Stadt Braunschweig und aus dem Umland zur Gründungsveranstaltung eingeladen. Jede Person, die an der Veranstaltung teilnimmt, ist Gründungsmitglied und hat ein Abstimmungsrecht über die Geschäftsordnung und die Gestaltung der verschiedenen Arbeitsgruppen (AGs) des Ernährungsrates. Nach der Gründungsveranstaltung wird dezentral in kleineren AGs an den verschiedenen Projekten gearbeitet. Neben den Projekten wird es auch Kooperationen mit anderen Organisationen und der Stadt Braunschweig geben. Die genaue Tagesordnung und die bisherige Ausarbeitung der Projekte und der Struktur des Ernährungsrates werden weiter unten näher erläutert. Die Stadt Braunschweig fördert den Ernährungsrat. Ziel ist es, dass langfristig einen Großteil der Organisation von einer finanzierten Koordinationsstelle übernommen werden kann. Dies entlastet die Ehrenamtlichen und sorgt für eine stabile Struktur des Ernährungsrates. Auf der Gründungsveranstaltung wird es die Möglichkeit geben, sich mit anderen Interessierten näher auszutauschen, geben.

An der Vorbereitung der Gründungsveranstaltung waren die Organisationen Transition Town, Regionale Energie- und Klimaschutzagentur (reka e.V.), Fridays For Future Braunschweig und das Thünen-Institut beteiligt. Die Koordinationsstelle und die Öffentlichkeitsarbeit sind bei der reka e.V. angesiedelt. Allerdings hat die reka e.V. keine Entscheidungsbefugnis im Ernährungsrat, sondern bietet lediglich die institutionelle Struktur für den Ernährungsrat an.

Weitere Informationen im Programm der Gründungsveranstaltung

Die Gründungsveranstaltung wurde erfolgreich durchgeführt. Hier geht es zum Protokoll: https://www.r-eka.de/wp-content/uploads/2022-11-07_Protokoll-Gruendungsveranstaltung-ERBSL-1.pdf

Anmeldungen zur Gründungsveranstaltung sind in diesem Online-Formular möglich:

www.r-eka.de/ernaehrungsrat-anmeldung

 

Pressemitteilung zur Gründungsveranstaltung

2022_10_19_PM_Gründung eines Ernährungsrates für Braunschweig und Umgebung

 

Geschäftsordnung 

In einer Präambel wird kurz beschrieben, was die Grundlagen und Werte der Arbeit des Ernährungsrates sind und was die Mitglieder unter ökologischer, regionaler und fairer Lebensmittelproduktion verstehen. Dann werden die Aufgaben und Ziele des Ernährungsrates dargestellt. Dazu zählen die Förderung und Wertschätzung von:

  • gesunden, ökologischen und sozial gerecht produzierten Lebensmitteln
  • Kenntnissen über ihre Erzeugung, Verarbeitung und Zubereitung
  • persönlichen Kontakten zwischen allen Akteur:innen.

Er unterstützt die regionalen Verbraucher:innen, Landwirt:innen, Lebensmittelhandwerker:innen, Handelsunternehmen, Kantinen, Mensen und Gastronomiebetriebe dabei, Verantwortung für gesunde, regional produzierte Lebensmittel und unsere Umwelt zu übernehmen. Er setzt sich in Politik und Verwaltung dafür ein, die Anforderungen an eine regionale und zukunftsfähige Ernährung in allen Politikbereichen zu berücksichtigen. Dazu gehören z.B. die Förderung einer regionalen Landwirtschaft mit lokaler Vermarktung und eine regionale, ökologische und faire öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln für städtische Mensen, Kantinen und beim Veranstaltungscatering.

Strukturell ist der Ernährungsrat so aufgebaut, dass er in einen Trägerverein eingegliedert ist, der in das Vereinsregister eingetragen und als gemeinnützig anerkannt ist. Der Ernährungsrat beinhaltet einen Steuerungskreis, der ihn nach außen in der Öffentlichkeit und vor der Politik vertritt und aus von der Vollversammlung gewählten Mitgliedern besteht.

Dieser Steuerungskreis

… bereitet Vollversammlungen vor,
… erstellt Tagesordnungen, die auch von anderen Akteur:innen des Ernährungsrates mitgestaltet werden können, und
… sorgt für die Kommunikation zwischen den Arbeitsgruppen und den Akteur:innen, die mit dem Ernährungsrat zusammenarbeiten.

In der jährlichen Vollversammlung werden wichtige Entscheidungen demokratisch beschlossen. Sie ist öffentlich und an ihr können alle Bürger:innen, Vereine, Initiativen, Vertreter:innen aus Institutionen, kommunaler Politik und Verwaltung aus Braunschweig und dem Umland teilnehmen, die längerfristig aktiv mitarbeiten möchten.

Zusätzlich zu Steuerungskreis und Vollversammlung bearbeiten Arbeitsgruppen konkrete Projekte, wie z.B. die Umstellung des Kantinenessens, oder übernehmen bestimmte organisatorische Aufgaben, wie die Öffentlichkeitsarbeit oder den Kontakt zur Politik. Diese Arbeitsgruppen sind selbstorganisiert und offen für alle. Es bedarf keine Mitgliedschaft in dem Trägerverein, um an den Projekten oder an dem Steuerkreis teilzunehmen. Darüber hinaus unterstützen die hauptamtliche Koordinationsstelle und der Beirat den Ernährungsrat.

Förderung durch die Stadt

Am 28.09.2021 beschloss der Rat der Stadt Braunschweig, dass die Verwaltung ein Konzept für einen Ernährungsrates erstellen soll. Daraufhin wurde das ehrenamtlich in verschiedenen Organisationen tätige Gründungsteam gebeten, ebenfalls ein Konzept für die Förderung zu erstellen. Da der Haushaltsplan 2022 sich in die Länge zog, dauerte die Bereitstellung der Förderung der im Konzept dargestellten Aktivitäten bis September 2022.
Mit einer Anschubfinanzierung, die für 3 Monate für eine 450 €-Stelle reicht, fördert die Stadt damit die Gründung des Ernährungsrates. Darüber hinaus hat sie angekündigt, eine längerfristige Koordinationsstelle einzurichten und zu finanzieren.

Weitere Details:

 

Arbeitsgruppen (AGs)

Die Arbeitsgruppen werden am Tag der Gründungsveranstaltung vorgestellt und gegründet – abhängig von den Interessen und dem Engagement der Anwesenden. Wir haben für folgende AGs erste Ansprechpartner:innen gefunden:

  • AG Gemeinschaftsverpflegung in städtischen Schulen und Kitas (Kooperation mit Greenpeace)
  • AG Lebensmittelabfälle (Kooperation mit dem Thünen-Institut)
  • AG Kontakt zu den Erzeuger:innen (Kooperation mit Slowfood)
  • AG Lokale FoodCoops (Kooperation mit Kernbeißer)
  • AG Struktur und Leitlinien (Kooperation mit Transition Town)

Weitere Arbeitsgruppen können angestoßen werden, wenn weitere Menschen sich dafür engagieren wollen. Sobald die Koordinierungsstelle der Stadt eingerichtet, wird diese bei der Gründung von Arbeitsgruppen unterstützen.

  • AG Kontakt zur Politik
  • AG Öffentlichkeitsarbeit
  • AG Bildung zu nachhaltiger Ernährung
  • usw.

Bisherige Leitlinien und Selbstverständnis

Ziel des Ernährungsrates ist es, dem Thema Ernährung und den damit zusammenhängenden Fragestellungen wie Gesundheit, Ernährungsumgebungen, gerechte Verteilung, Teilhabe, Tierwohl, Artenvielfalt, Umwelt und Klimaschutz mehr öffentliche Aufmerksamkeit und politisches Gewicht zu verleihen. Wichtig ist es, die Schwachstellen in der Lebensmittelversorgung langfristig zu beseitigen. Eine klimaneutrale und sozial gerechte Lebensmittelversorgung und ein überwiegend lokales Ernährungssystem hilft der städtischen und regionalen Entwicklung, verbessert die Lebensqualität der Braunschweiger Bürger:innen, schont die Umwelt und trägt zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase bei.

Zu unseren Leitlinien bzw. gehören: 

  1. Regionale Wertschöpfungskreisläufe verbessern, z.B. durch ein gesteigertes Angebot von Märkten mit regionalen Erzeuger:innen oder Informationen und Kurse zu Urban Gardening.

  2. Förderung städtischer Entfaltungs- und Begegnungsräume, z.B mehr essbare Pflanzen im Stadtgrün, Kooperationen mit privaten Grundstückseigentümer:innen und Besichtigung von landwirtschaftlichen Betrieben.

  3. Öffentlichkeitsarbeit, um ein Bewusstsein für gesunde und fair erzeugte Lebensmittel zu fördern: Aufbau und Pflege einer Webseite mit allen Braunschweiger Initiativen im Be-reich Ernährung sowie Veröffentlichung einer Übersicht über Lebensmittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse in Automaten/ Selbstbedienungshütten ab Hof, Solawi-Abholstationen, Mitgliederläden etc. im Stadtgebiet.

  4. Reduzierung von Ressourcenverschwendung und Lebensmittelabfällen, z.B. durch Unterstützung vorhandener Projekte, Herstellung des Kontakts zwischen Produzierenden und Firmen, die Nebenprodukte umwandeln können oder Verwendungs- und Verwertungs-ketten für Überschüsse, die nicht durch Menschen konsumiert werden können, aufbauen: beispielsweise Umwandlung in Tierfutter, Pilzsubstrate oder Kompostierung.

  5. Bildung: Wertschätzung für Lebensmittel auf allen Ebenen verankern, z.B. durch das An-gebot von Bildungsprojekten in Kitas und Schulen und eines Aufklärungsprogramms im Nachhaltigkeitszentrum

  6. Außer-Haus-Verpflegung nachhaltig gestalten, z.B. durch den Ausbau der Vermarktungswege zwischen Erzeuger:innen und Außer-Haus-Gastronomie oder Förderung von regionalen, saisonalen, ökologischen und/oder sozial verantwortlich produzierten Produkten in der Individualgastronomie und der (öffentlichen) Gemeinschaftsverpflegung.

  7. Für mehr sozial gerechte Ernährung sorgen, z.B. durch die Organisation von Nachbarschaftshilfe und der Unterstützung beim Einkaufen und selbst kochen.

Hier sind die auf der Gründungsveranstaltung am 07.11.2022 beschlossenen Papiere zum Selbstverständnis und Leitlinien.

Kontakt

Du hast Fragen zum Ernährungsrat?
Dann komm zu einer unseren Q&A-Termine vom 01.11. bis 03.11.2022 und zur Gründungsveranstaltung am 07.11.2022!

Hier kannst Du Dich anmelden!

Für den direkten Kontakt zu den Organisatorinnen:

Emilie Knapheide von Fridays For Future:
fff.braunschweig@gmail.com

Astrid Hilmer von reka e.V.:
a.hilmer@r-eka.de

Britta Steven von Transition Town:
britta.steven@tt-bs.de