Am vergangenen Mittwoch fand in Braunschweig das erste Mal der Ride of Silence statt. Dabei handelt es sich um eine Fahrrad­-Veranstaltung, mit der auf öffentlichen Straßen getöteten und verletzten Radfahrern gedacht wird. Die Initiative „Fahrradstadt Braunschweig“ hat dazu zwei sogenannte Geisterräder im Stadtgebiet aufgestellt. Insgesamt stehen in Braunschweig bisher drei dieser Geisterräder: Zwischen Timmerlah und Groß Gleidingen, an der Jasperallee und am Europaplatz.

Das Aufstellen der Fahrräder erfolgte innerhalb einer weltweit stattfindenden Gedenkfahrt, die in Begleitung der Polizei zu den drei Braunschweiger Unfallorten führte. Dort wurde mit einer Schweigeminute der Verunglückten gedacht.

Der erste Ride of Silence wurde 2003 in Dallas, Texas begangen. Seitdem wird er jedes Jahr am dritten Mittwoch im Mai abgehalten. In Braunschweig war es die erste Gedenkfahrt dieser Art.

Matthias Leitzke, Initiator der Aktion, erläutert dazu: „Der Ride of Silence an diesem Tag wird in vielen Ländern als Mahnung und zur Anteilnahme begangen. Leider müssen wir seit Herbst 2018 in Braunschweig bereits drei Tote beklagen. Diese hohe Zahl ist erschreckend.”

Volker Schmidt von der Initiative „Fahrradstadt Braunschweig“ erzählt weiter: „Radfahren ist auch in Braunschweig tatsächlich immer noch gefährlich und das muss sich schnellstens ändern. Individuelles Fehlverhalten, das zu Unfällen führt, zeigt vor allem, dass die Verkehrsteilnehmer in dieser Situation überfordert sind. Eine klarere und auch fehlerfreundlichere Gestaltung des Verkehrsraums wäre deshalb ein wichtiger Beitrag zur Vermeidung von Unfällen.”

Es ist höchste Zeit für den Bürgerentscheid pro Fahrrad!

Deshalb ist die Erhöhung der Sicherheit für Radfahrer und Radfahrerinnen auch ein wesentlicher Bestandteil des Forderungsprogramms für einen Bürgerentscheid pro Fahrrad, der zur Zeit erarbeitet wird. Dazu soll im nächsten Schritt der Text juristisch einwandfrei formuliert werden, so dass es der Kommunalverwaltung nicht möglich ist, einen Bürgerentscheid zu verweigern. Daraufhin beginnt die Unterschriftensammlung. Insgesamt werden 12.000 Unterschriften benötigt.

Die Initiative Fahrradstadt Braunschweig wird sich darum bemühen, weitere Menschen und Organisationen als Bündnispartner zu gewinnen. Dazu zählen nicht nur diejenigen, die vorrangig am Klimaschutz interessiert sind, sondern auch Menschen, denen eine lebendige Demokratie und ein friedliches Miteinander am Herzen liegen. Eine Fahrradstadt ist nicht nur gut für das Klima und die Verkehrssicherheit, sondern sie reduziert auch die Nachfrage nach Erdöl – eine der wichtigsten Kriegsursachen. Deshalb rechnet die Initiative mit einer breiten Unterstützung aus vielen Teilen der Gesellschaft.

Infos unter: Fahrradstadt Braunschweig